Einleitung
Korsika, die „Insel der Schönheit“, ist ein Landstrich, in dem steile Berge, smaragdgrüne Buchten, charaktervolle Dörfer und eine lebhafte Esskultur aufeinandertreffen. Dieser Guide bietet dir einen 7‑Tage‑Reiseplan durch Korsika mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, exakten Adressen, typischen Öffnungszeiten, Preisangaben in Euro und lokalen Tipps, damit du Zeit und Budget optimal nutzt. Egal ob du per Flugzeug ankommst (Flughafen Bastia‑Poretta, Ajaccio‑Napoléon‑Bonaparte, Calvi‑Sainte‑Catherine) oder mit der Fähre (Hafen Bastia, Hafen Ajaccio, Hafen Propriano) — die Route ist so gestaltet, dass sie Wanderungen, Kultur, Strandtage und kulinarische Genüsse ausbalanciert.
Ein Roadtrip ist die beste Art, die Insel zu entdecken: Mit einem Mietwagen erreichst du Calanques, Bergdörfer und die kleinen Küstenstraßen. Für jeden Tag geben wir konkrete Adressen (Museen, Strände, Restaurants), übliche Öffnungszeiten und Kosten (Museen, Parken, eventuelle Maut). Die genannten Preise sind Schätzungen und können je nach Saison variieren. Außerdem findest du praktische Hinweise: wann du fahren solltest, um Menschenmassen zu vermeiden, wie du Wanderung und Strand an einem Tag kombinierst und welche lokalen Produkte sich als Souvenir lohnen.
Dieser Guide ist allgemein, aber detailliert: Er richtet sich an Reisende, die eine komplette 7‑Tage‑Tour möchten, ohne sich auf ein einziges Thema (nur Wandern oder nur Faulenzen) zu beschränken. Die sieben nummerierten Abschnitte entsprechen je einem vollen Reisetag, so geplant, dass Fahrzeiten minimiert und Entdeckungen maximiert werden. Jeder Tag enthält Alternativen je nach Tempo: aktiv (Wandern, Tauchen) oder entspannt (Baden, Dörfer). Unterkunfts‑ und Restauranttipps kommen mit Preisrahmen, damit die Planung leichter fällt. Schließlich gibt es noch Sicherheitshinweise (Wasser, Sonnencreme, Gebirgsfahrten) und Spartipps (Museenpässe, lokale Märkte, Parkmöglichkeiten).

1. Tag 1 – Bastia und Cap Corse: erste Panoramen und Küstendörfer
Beginne deine Tour in Bastia, dem häufigen Anlaufpunkt bei Fährankünften. Schlendere durch die Altstadt und zum Alten Hafen, um die erste korsische Atmosphäre aufzusaugen.
Alter Hafen von Bastia
Adresse: Quai des Martyrs de la Libération, 20200 Bastia.
Öffnungszeiten: rund um die Uhr zugänglich; Geschäfte und Cafés üblicherweise 08:00–20:00 (in der Nebensaison variabel).
Preis: kostenlos (Spaziergang).
Beschreibung: Der Vieux‑Port bietet tolle Blicke auf bunte Boote und mediterrane Fassaden. Bummle am Kai entlang und geh hoch zur Place Saint‑Nicolas, um das lokale Treiben zu beobachten.
Zitadelle von Bastia (Musée de Bastia)
Adresse: Place du Palais des Gouverneurs, 20200 Bastia.
Öffnungszeiten: 10:00–18:00 (April–Oktober), in der Nebensaison kürzere Zeiten; montags außerhalb der Touristensaison geschlossen.
Preis: 6–9 € (je nach Ausstellung).
Beschreibung: Die Zitadelle bietet mittelalterliche Gassen und mehrere kleine Museen. Die Aussicht über den Golf von den Stadtmauern ist beeindruckend.

Nachmittags: Weiter in Richtung Cap Corse, die Küstenstraße („Corniche“) führt nach Norden. Halt in Erbalunga ein.
Erbalunga
Adresse: Erbalunga, 20222 Brando (Cap Corse).
Öffnungszeiten: Dorf ganzjährig zugänglich, Öffnungszeiten der Läden variabel.
Preis: kostenlos (Spaziergang).
Beschreibung: Kleiner Fischerhafen mit einem genuesischen Turm. Perfekt für eine Fotopause und ein Glas korsischen Weißwein.
Lokale Tipps: Fahren: Die D80 zieht sich entlang des Cap Corse; die Strecke ist kurvig, also vorsichtig fahren. Parken: in Bastia sind manche Parkplätze gebührenpflichtig (ca. 1–2 €/Stunde). Für ein Mittagessen in einem Bistro in Bastia solltest du 15–25 € einplanen.
2. Tag 2 – Calvi: Zitadelle und feiner Sandstrand
Empfohlene Fahrtzeit ab Bastia: 2:30–3:00 Stunden je nach Stopps. Du fährst nach Calvi an der Nordwestküste, bekannt für seine Zitadelle und den kilometerlangen Sandstrand.
Zitadelle von Calvi
Adresse: Place Christophe Colomb, 20260 Calvi.
Öffnungszeiten: 09:00–19:00 (Hauptsaison), Außenbereich rund um die Uhr zugänglich.
Preis: freier Zugang; Führungen 5–8 € je nach Anbieter.
Beschreibung: Die Zitadelle thront über der Bucht und bietet verwinkelte Gassen, Kunsthandwerksläden und den Bastion de l’Infirmerie. Die Aussicht auf das türkisfarbene Wasser ist ein Muss.

Strand von Calvi
Adresse: Plage de la Pinède (oder Plage de Calvi), Boulevard Wilson, 20260 Calvi.
Öffnungszeiten: Strand ganzjährig offen; saisonale Anbieter üblicherweise 09:00–19:00.
Preis: freier Zugang; Liege und Sonnenschirm 10–25 €/Tag je nach Lage.
Beschreibung: Feiner Sand, ideal für Familien und zum Entspannen nach dem Zitadellenbesuch. Kayak‑ oder Stand‑Up‑Paddle‑Verleih möglich (20–40 €/Stunde).
Empfohlenes Restaurant: U Fanale, 22 Boulevard Wilson, 20260 Calvi. Öffnungszeiten: 12:00–14:30, 19:00–22:30. Hauptgerichte: 15–30 € (Fischgerichte und korsische Spezialitäten). In der Hochsaison ist Reservierung ratsam.
Lokale Tipps: Wenn du Zeit hast, lohn sich eine kleine Wanderung zur Tour de la Revellata (Küstenpfad, 45–60 Minuten von der Spitze). Rechne in der Hochsaison mit 5–10 € Parkgebühren am Strand. Der Markt von Calvi findet morgens am Hafen statt – ideal für Prisuttu und lokale Käsesorten.
3. Tag 3 – Die Calanques von Piana und das Naturschutzgebiet Scandola
Morgendliche Fahrt an die West‑Süd‑Küste (Porto, Piana), die mit ihren vulkanischen Landschaften zum UNESCO‑Welterbe zählt. Von Calvi aus ca. 2:30 Stunden Fahrt.

Calanques von Piana
Adresse: D81A, 20115 Piana.
Öffnungszeiten: Naturschauplatz frei zugänglich; Parkgebühren möglich (2–5 € je nach Saison).
Preis: freier Zutritt; geführte Wanderungen 15–40 €.
Beschreibung: Rote, vom Wind und Wasser geformte Felsformationen mit spektakulären Ausblicken aufs Meer. Markierte Wanderwege wie der Sentier des Calanques – feste Schuhe und ausreichend Wasser mitnehmen.
Bootstour zur Réserve naturelle de Scandola
Abfahrt: Hafen von Porto, 20150 Porto.
Anbieter: Scandola Express, Corsica Natura u. a.
Öffnungszeiten: Abfahrten zwischen 09:00–17:00 je nach Anbieter, Dauer 2–4 Stunden (klassische Tour ca. 3 Std.).
Preis: 25–45 € pro Person (je Saison und Dauer unterschiedlich).
Beschreibung: Das Naturschutzgebiet Scandola ist nur per Boot erreichbar; rote Klippen, Meeresgrotten und teils steil abfallende Felswände, gelegentlich Delfinbeobachtungen. Sonnenschutz und ggf. wasserdichte Kamera nicht vergessen.
Lokale Tipps: Buche die Bootstour im Juli/August im Voraus. Komm früh nach Porto, um dem Andrang zu entgehen. Für ein Mittagessen mit Aussicht probiere A Stalla (Porto, Restaurant am Hafen): Gerichte 12–25 €.
4. Tag 4 – Ajaccio: Kultur, Museen und Stadtstrand
Ajaccio, die korsische Hauptstadt und Geburtsstadt Napoléon Bonapartes, verdient einen ausgedehnten Besuch für ihr Erbe, die Museen und die Strände. Von Porto etwa 2 Stunden Fahrt.
Musée Fesch – Musée des Beaux‑Arts
Adresse: Place Fesch, 20000 Ajaccio.
Öffnungszeiten: 10:00–18:00 (außerhalb der Saison variabel); dienstags in der Nebensaison geschlossen.
Preis: 6–9 € (Erwachsene), ermäßigte Tarife für Studenten und Senioren.
Beschreibung: Bedeutende Sammlung italienischer Gemälde, Erbe des Kardinals Fesch. Wechselnde Sonderausstellungen.

Maison Bonaparte
Adresse: 1 Rue Saint‑Charles, 20000 Ajaccio.
Öffnungszeiten: 10:00–18:00 (Hauptsaison), außerhalb der Saison an bestimmten Tagen geschlossen – vorher prüfen.
Preis: 6–8 € (Führung oder Audioguide möglich).
Beschreibung: Geburtshaus Napoléons, liebevoll restauriert und möbliert; erzählt die Geschichte der Familie Bonaparte.
Strand Ricanto
Adresse: Boulevard Roi Jerome, 20000 Ajaccio (Ricanto / Saint‑François sind zentralere Alternativen).
Öffnungszeiten: Strand ganzjährig offen; saisonale Infrastruktur vorhanden.
Preis: freier Zugang; Liegenmiete 10–20 €/Tag.
Beschreibung: Stadtstrand mit feinem Sand – ideal für einen entspannten Nachmittag nach dem Museumsbesuch.
Lokale Tipps: Iss am Markt von Ajaccio (Cours Grandval), um lokale Produkte wie Figatellu, Brocciu und Olivenöl zu probieren. Restaurantbudget: 15–30 € pro Person für ein normales Mittags- oder Abendessen. Vom Hafen Ajaccio starten auch Bootsausflüge zu den Îles Sanguinaires (ca. 25–40 €).
5. Tag 5 – Bonifacio: weiße Klippen und die aufragende Altstadt
Fahre weit in den Süden zur spektakulären Stadt Bonifacio mit ihren weißen Kalkklippen und der erhöhten Zitadelle. Von Ajaccio rechnest du mit etwa 2:30–3:00 Stunden Fahrt.
[[BILD:Bonifacio Ort auf weißem Kalkfelsen mit Blick aufs Meer]]
Zitadelle von Bonifacio
Adresse: Rue Fred Scamaroni, 20169 Bonifacio.
Öffnungszeiten: Die Oberstadt ist das ganze Jahr über zugänglich; Museen und einige Attraktionen 09:00–19:00 in der Saison.
Preis: Zutritt zu den Stadtmauern kostenlos; Führungen 6–12 € je nach Angebot.
Beschreibung: Die Altstadt zieht sich entlang der Klippen mit engen Gassen und atemberaubenden Meerblicken.
Escalier du Roy d’Aragon (Treppe des Königs von Aragon)
Adresse: Klippen von Bonifacio, Zugang vom Hafen, 20169 Bonifacio.
Öffnungszeiten: frei zugänglich; bei Wind oder Regen Vorsicht geboten.
Preis: kostenlos (Sicherheitsanweisungen beachten).
Beschreibung: Eine in den Fels gehauene Treppe hinunter zum Meer – spektakuläre Ausblicke. Alternative: Bootstour entlang der Klippen (20–35 €).
Lokale Tipps: Vom Hafen Bonifacio starten viele Bootstouren zu Meeresgrotten und Klippen – in der Hochsaison besser vorab reservieren. Parken in der Oberstadt: gebührenpflichtige Parkplätze 3–10 € je nach Lage und Saison. Essen: frischer Fisch in den Hafenrestaurants, rechne mit 20–40 € pro Person.
6. Tag 6 – Porto‑Vecchio und die Strände Palombaggia und Santa Giulia
Nach Bonifacio fährst du Richtung Porto‑Vecchio (30–40 Minuten) und widmest den Tag den berühmten Stränden im Südosten Korsikas.

Palombaggia Strand
Adresse: Plage de Palombaggia, Route de Palombaggia, 20137 Porto‑Vecchio.
Öffnungszeiten: Strand ganzjährig zugänglich; Serviceangebote (Parkplätze, Restaurants) saisonabhängig (Mai–Sept).
Preis: freier Zugang; Parken 5–10 € in der Hochsaison; Liegen 15–30 €/Tag.
Beschreibung: Weißer Sand, Schattenspender aus Pinien und kristallklares Wasser. Einer der meistfotografierten Strände Korsikas.
Santa Giulia Strand
Adresse: Plage de Santa Giulia, Route de Santa Giulia, 20137 Porto‑Vecchio.
Öffnungszeiten: Saisonale Angebote 08:00–19:00. Zugang frei.
Preis: Parken 5–10 €; Wassersportangebote 20–60 € je nach Aktivität (Jetski, Paddle, Schnorchel‑Ausflüge mit Guide).
Beschreibung: Muschelförmige Bucht mit seichtem Wasser, ideal für Familien und Wassersport.
Empfohlenes Restaurant: Le Belvédère, Route de Palombaggia, 20137 Porto‑Vecchio. Öffnungszeiten: 12:00–14:30 / 19:00–22:30. Preisniveau: Menü 25–45 € je nach Wahl.
Lokale Tipps: Komm früh morgens zu Palombaggia oder Santa Giulia, um volle Parkplätze zu vermeiden. Habe Bargeld dabei für Parkgebühren und Trinkgelder. Eine weniger überlaufene Alternative ist der Strand von Rondinara (Route D158, 20120 Saint‑Cyprien), etwa 30–40 Minuten entfernt.
7. Tag 7 – Inland: Corte, Gorges de la Restonica und korsische Küche
Zum Abschluss fährst du ins Inselinnere nach Corte und in das Restonica‑Tal – perfekt zum Wandern und um gebirgige Spezialitäten zu kosten.

Corte – Zitadelle und Museen
Adresse: Place Paoli, 20250 Corte.
Öffnungszeiten: Zitadelle und Museum meist 10:00–18:00 (außerhalb der Saison abweichend).
Preis: Zugang zur Zitadelle kostenlos; Museum 4–8 €.
Beschreibung: Früher Hauptstadt Korsikas – heute eine lebhafte Universitätsstadt mit verwinkelten Gassen, Aussicht auf das Tal und alpinem Flair.
Gorges de la Restonica
Adresse: Restonica‑Tal, Start am Parkplatz beim Gemeindecamping, 20250 Corte.
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich; Wanderzeiten empfehlenswert 08:00–18:00 (Tageslicht).
Preis: Parken 2–5 €; Baden kostenlos; Wanderwege frei.
Beschreibung: Kristallklare Naturbecken, Wanderungen zu Melo und Capitello dauern je nach Ziel 2–4 Stunden. Das Wasser ist kalt, aber nach dem Aufstieg sehr erfrischend.
Gastronomie und Einkauf: Genieße ein Berggericht im Restaurant U Museu, 6 Place Gaffori, 20250 Corte (Öffnungszeiten 12:00–14:00 / 19:00–22:00). Preise: Gerichte 12–25 €. Schau auch in lokale Lebensmittelgeschäfte für Prisuttu, Brocciu, Marmeladen und Honig – Preise ca. 10–25 € je nach Produkt.
Lokale Tipps: In den Bergen ändert sich das Wetter schnell: Auch im Sommer warme Kleidung für Wanderungen in der Höhe mitnehmen. Rückfahrt nach Bastia oder Ajaccio ab Corte dauert je nach Ziel 1:15–2:00 Stunden. Geschätztes Tagesbudget: 40–70 € (Essen, Aktivitäten, Parken) ohne Treibstoff und Unterkunft.
Fazit
Diese 7‑Tage‑Runde durch Korsika verbindet Natur, Strände, Kultur und Kulinarik. Die Gesamtkosten hängen stark von deinem Reisestil ab: einfache 2–3‑Sterne‑Hotels oder charmante Chambres d’hôtes, Bistro‑Mahlzeiten versus gehobene Restaurants, kostenpflichtige Ausflüge und Mietwagenklasse. Eine realistische Schätzung für eine komfortable, aber vernünftige Reise:
- Mietwagen: 30–70 €/Tag (Kleinwagen) = 210–490 € für 7 Tage.
- Treibstoff: 80–180 € je nach Strecke und Verbrauch.
- Unterkunft: 60–120 €/Nacht im Doppelzimmer Standard = 420–840 € für 7 Nächte.
- Verpflegung: 20–40 €/Person/Tag (Mittag und Abend) = 140–280 € pro Person für 7 Tage.
- Aktivitäten & Eintritte: 80–200 € (Museen, Bootstour, Wassersportverleih).
- Gesamtsumme (Indikation): 930–1990 € für 2 Personen (ungefähr, ohne persönliche Einkäufe und Souvenirs).
Einige abschließende Hinweise: Buche Unterkünfte und Ausflüge in der Hochsaison (Juli–August) mehrere Wochen im Voraus. Frühling (Mai–Juni) oder September sind ideal für angenehmes Wetter und weniger Menschen. Hab etwas Bargeld für Märkte und ländliche Parkplätze dabei; in den Bergen ist die Mobilfunkabdeckung nicht immer vorhanden, lade Offline‑Karten (Google Maps oder Maps.me) herunter. Respektiere die Natur: Kein Müll auf Wegen oder Stränden hinterlassen und geschützte Pflanzen nicht pflücken.
Wenn du dieser Route folgst, entdeckst du die wichtigsten Facetten Korsikas: wilde Küsten, Bergdörfer, Traumstrände und das bergige Inland. Passe die Tage deinem Tempo an – sportlich oder entspannt – und gönn dir zwischendurch immer einen Moment, um die korsische Gastfreundschaft zu genießen: Eine Terrasse beim Sonnenuntergang, ein Teller Käse und ein Glas lokalen Weins reichen oft, um die Magie der Insel zu erleben.

